Die moderne Kunst
Künstlerisch war das 20. Jahrhundert geprägt von der modernen Kunst. Der relativ schwammige Begriff wird in der Regel als Synonym für die avantgardistische Kunst verstanden, die sich vom Etablierten abwandte und neue Ausdrucksformen suchte. Der Wandel in den künstlerischen Ausdrucksformen zeichnete sich aber schon gegen Ende des 19. Jahrhunderts ab, Malweise und Farbgestaltung des Impressionismus und die reichen Ornamente des Jugendstils lösten sich von den etablierten Traditionen.
Sehr eindeutig brach schließlich der Expressionismus (bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts) mit der bisherigen Tradition. Die realistische Gestaltung des Motivs und eine korrekte Perspektive wurden für die Künstler unwichtig, im Zentrum des Interesses standen subjektive Eindrücke und das persönliche Erleben. Erkennbar ist diese Entwicklung schon bei Vincent van Gogh oder Paul Gaugin. Schon 1916 protestierten Künstler gegen den etablierten Kunstbetrieb und schufen mit dem Dadaismus eine erste Anti-Bewegung.
Mitte des 20. Jahrhunders setzte mit der neuen Sachlichkeit eine Trendwende bei deren Vertretern ein, während die abstrakte Malerei den Weg für neue Stilmittel und neue Kunstrichtugen wie etwa die Pop Art oder Konzeptkunst bereitete. Während der Begriff moderne Kunst beim Publikum ein fest stehender Begriff ist, wird in der Fachsprache eher von der Kunst der Moderne gesprochen. Der Grund: Man will in der Diskussion eine deutlichere Abgrenzung zur zeitgenössischen Kunst erreichen. Denn seitdem in den 1970ern die Diskussion um Modern und Postmoderne aufkeimte, gibt es unterschiedliche Auffassungen darüber, welche Strömungen der Moderne, welche der Postmoderne zuzuordnen sind. Dies liegt auch daran, dass die Begriffe Moderne und Postmoderne von verschiedenen Fachleuten anders definiert werden.